Von der Infrastruktur zur Anwendung
Mit swiyu entsteht in der Schweiz eine öffentliche Vertrauensinfrastruktur für die E-ID und weitere elektronische Nachweise. Ihr Wert zeigt sich dort, wo verifizierbare Informationen in realen Anwendungen genutzt werden.
Das swiyu Launchpad bringt Unternehmen, Behörden, Hochschulen, Verbände und zivilgesellschaftliche Akteure zusammen, um solche Anwendungen zu identifizieren, zu erproben und in die Praxis zu bringen. DIDAS führt das Launchpad als vom Bund bezeichneter Ökosystem-Orchestrator für Nachweise aus Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft.
Ausgangspunkt sind konkrete Prozesse: Welche Informationen tauschen Organisationen heute aus und prüfen sie? Wer kann sie verlässlich bestätigen? Welche Nachweise vereinfachen oder automatisieren Abläufe? Welche Dienstleistungen werden möglich, wenn Daten direkt überprüfbar und digital weiterverwendbar sind?
Das Launchpad verbindet diese Fragen mit der technischen, organisatorischen und regulatorischen Ebene. So werden Ideen zu umsetzbaren Anwendungsfällen und einzelne Anwendungen zu wiederverwendbaren Grundlagen für das Ökosystem.
Unite, don’t fragment. Wir verbinden bestehende Initiativen, Wissen und Akteure und bauen darauf auf.
Der Wert entsteht in den Anwendungen
Digitale Verifikation wird zu einer Grundfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Verträge werden digital geschlossen, Berechtigungen online erteilt, Waren grenzüberschreitend gehandelt und Entscheidungen zunehmend automatisiert. Dafür muss feststehen, woher eine Information stammt, wer für sie einsteht und wozu eine Person oder Organisation berechtigt ist.
Elektronische Nachweise machen solche Informationen maschinell prüfbar und direkt in digitalen Prozessen nutzbar. Das betrifft Identitätsdaten ebenso wie Qualifikationen, Bewilligungen und Vertretungsbefugnisse sowie Angaben zu Organisationen, Produkten, Transaktionen oder Prozessen. Die staatliche E-ID ist ein wichtiger Baustein dieser Vertrauensinfrastruktur.
Daraus entstehen einfachere Prozesse, mehr Automatisierung sowie neue digitale Dienstleistungen und Formen der Zusammenarbeit über Organisations- und Systemgrenzen hinweg. Das Launchpad erschliesst diese Möglichkeiten anhand konkreter Anwendungsfälle aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Wir beginnen mit dem Anwendungsfall
Ausgangspunkt ist ein konkreter Prozess, ein Problem oder eine Geschäftsmöglichkeit.
Mit den beteiligten Akteuren machen wir den Vertrauensfluss sichtbar: Wer stellt welche Information bereit? Wer hält oder verwendet sie? Wer prüft sie, und weshalb kann der Information vertraut werden? Welche Angaben braucht der jeweilige Zweck tatsächlich? Welche Vertrauensanker, technischen Mechanismen und Governance-Regeln sind nötig?
Dafür verbinden wir Fachwissen aus dem jeweiligen Sektor mit Wissen über digitale Vertrauensmechanismen, technische Spezifikationen, Standards und Governance Frameworks.
Von der Idee zur Anwendung
Anwendungen, Governance und Standards entwickeln sich gemeinsam. Erfahrungen aus der Praxis verbessern die gemeinsamen Grundlagen, und etablierte Standards und Governance Frameworks erleichtern neue Anwendungen.
Technische Tiefe und internationale Standards
Interoperables digitales Vertrauen entsteht im Zusammenspiel mehrerer Ebenen. DIDAS bringt vertieftes Wissen über die Mechanismen und Spezifikationen moderner Vertrauensinfrastrukturen ein: Ausstellung und Prüfung, Wallets, Vertrauensregister und Trust Anchors, kryptografische Nachweise, selektive Offenlegung, Datenmodelle und die Protokolle für den Austausch elektronischer Nachweise.
Für jeden Anwendungsfall prüfen wir, welche Spezifikationen und Standards geeignet sind, welche Profile oder Schemas benötigt werden und wie die Lösung mit bestehenden und entstehenden Ökosystemen interoperabel bleibt.
DIDAS arbeitet an der Anwendung und Weiterentwicklung relevanter Standards und Governance Frameworks mit. Erkenntnisse aus Schweizer Anwendungsfällen fliessen so in die internationale Standardisierung ein, und internationale Entwicklungen werden früh in Schweizer Anwendungen berücksichtigt.
Global Standards, Local Governance.
Governance schafft Vertrauen zwischen den Akteuren
Ein funktionierendes Vertrauensökosystem braucht neben technischer Interoperabilität klare Rollen und Regeln: Wer stellt Nachweise nach welchen Vorgaben aus, wer prüft sie, und auf welcher Grundlage vertrauen die Beteiligten einem Issuer, Verifier oder anderen Akteur?
Governance ist deshalb von Beginn an Teil jedes Anwendungsfalls. Mit den beteiligten Akteuren klären wir Rollen und Verantwortlichkeiten, Vertrauensmodelle, Anforderungen an Issuer und Verifier, relevante Policies und die Voraussetzungen für eine organisationsübergreifende Nutzung.
Wo geeignete Governance Frameworks bestehen, bauen wir darauf auf. Wo neue Anwendungen Ergänzungen erfordern, machen wir diese sichtbar und bringen die Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Ökosystems ein.
Erproben, lernen und Regulierung weiterdenken
Neue Anwendungen entstehen oft dort, wo Technologie, bestehende Prozesse und Regulierung aufeinandertreffen. In regulierten Bereichen unterstützt das Launchpad deshalb den strukturierten Dialog zwischen Unternehmen, Fachorganisationen und den zuständigen Behörden. Wo sinnvoll, unterstützt DIDAS Regulatory Sandboxing und andere Formen der kontrollierten Erprobung.
So lassen sich regulatorische Anforderungen und technische Möglichkeiten an konkreten Anwendungen untersuchen. Die Erfahrungen aus der Erprobung bilden eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung von Anwendungen, Governance und, wo nötig, regulatorischen Rahmenbedingungen. Alle Beteiligten erhalten dabei die nötige Transparenz.
Was daraus entstehen kann
Aus einem Anwendungsfall wird ein Baustein
Wenn weitere Organisationen denselben Nachweis, dasselbe Schema oder dasselbe Vertrauensmodell verwenden, wird eine Anwendung zum wiederverwendbaren Baustein. Spezifikationen, Schemas, Governance, rechtliche Erkenntnisse und Integrationserfahrungen fliessen in weitere Prozesse und Sektoren ein.
Das Launchpad zeigt, welche Anwendungen und Nachweise bereits bestehen, welche benötigt werden und welche sich wiederverwenden lassen. Es klärt, wer sie ausstellen kann, wer sie prüfen möchte und welche Voraussetzungen gemeinsam zu schaffen sind.
So wächst die Vertrauensinfrastruktur mit den Anwendungen, die auf ihr entstehen.
Von Schweizer Anwendungen zu einem offenen Ökosystem
Mit swiyu verfügt die Schweiz über die Grundlage für eine offene Vertrauensinfrastruktur. Ihren Wert bestimmen die Anwendungen und Dienste, die darauf entstehen.
Unternehmen bringen reale Prozesse, Anforderungen und Geschäftsmöglichkeiten ein. Behörden und andere Issuer stellen verlässliche Informationen bereit. Technologieanbieter liefern Produkte und Umsetzungskompetenz. Fachorganisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tragen Wissen, Perspektiven und weitere Anwendungen bei.
DIDAS verbindet diese Akteure und die Ebenen Anwendung, Technologie, Governance, Regulierung und Standards. Aus der Zusammenarbeit entstehen praktische Erfahrungen und wiederverwendbare Grundlagen. Die Schweiz bringt ihre Erkenntnisse in internationale Standards und interoperable Systeme ein und gestaltet die digitale Vertrauensinfrastruktur aktiv mit.
Mitmachen
Das Launchpad arbeitet sektoral, unter anderem in Bildung, Handel und eCommerce, Banken, Versicherungen, Gesundheit, Mobilität, Logistik und Industrie. Dazu kommen sektorübergreifende Themen wie Standards, Governance, Zugänglichkeit und das Zusammenspiel von Verwaltung und Privatwirtschaft.
Der Einstieg beginnt mit einem konkreten Fall:
- Wo prüfen Sie heute Informationen, Berechtigungen oder Nachweise?
- Welche Prozesse würden sich ändern, wenn diese Informationen direkt verifizierbar wären?
- Welche neue Anwendung oder Dienstleistung könnte darauf entstehen?
Bringen Sie Ihren Anwendungsfall und Ihr Fachwissen mit. DIDAS bringt die relevanten Akteure, die methodische und fachliche Tiefe und den Rahmen ein, um daraus eine erprobbare und wiederverwendbare Anwendung zu entwickeln.


