GC25 – Global Digital Collaboration am 1 – 2. Juli 2025
Am 2. Juli im Rahmen der Global Digital Collaboration findet ein ganztägiges Programm statt, das von DIDAS und Partnern gemeinsam kuratiert wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Privacy-Enhancing Technologies (PETs) und vertrauenswürdige Governance-Modelle zu zentralen Enablern für digitales Vertrauen über Sektoren und Jurisdiktionen hinweg werden können.
Der Tag beginnt mit einer hochkarätigen Eröffnungssession unter Beteiligung von SPRIND, Google, der EPFL, der Johannes Kepler Universität und weiteren. Diskutiert werden der aktuelle Reifegrad, die Post-Quanten-Tauglichkeit sowie die praktische Implementierung von PETs wie BBS+, SD-JWT und ZK-mDoc. Ziel der Session ist es, gemeinsame Begriffe und Rahmenwerke für Unlinkability und selektive Offenlegung in globalen Credential-Ökosystemen zu etablieren.
Parallel dazu findet die e-Demokratie-Workshopreihe (Teil 1 & 2) statt, geleitet vom Center for Digital Trust (C4DT) an der EPFL, DIDAS, der Human Colossus Foundation sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren. Im Fokus stehen digitale Dienste wie E-ID, E-Collecting und E-Voting sowie die damit verbundenen Herausforderungen, die neu gedacht werden müssen, um Resilienz zu fördern, öffentliches Vertrauen zu schützen, Betrug zu verhindern und Rechenschaft sicherzustellen. Ziel der Sessions ist es, grundlegende Prinzipien für eine vertrauenswürdige digitale Demokratie zu definieren, gemeinsam erarbeitet von Expertinnen und Experten aus Recht, Governance, Kryptografie und Politik.
Parallel läuft eine kollaborative Mapping-Session unter der Leitung der Johannes Kepler Universität, Orange, Ethereum-Forscher*innen, DIDAS, EUDI und weiteren globalen Ökosystem- und Pilotteams. Ziel ist es, globale Anwendungsfälle zu identifizieren und zu klassifizieren, bei denen PETs – insbesondere Zero-Knowledge-Proofs – essenziell sind. Die Session dient dazu, Anforderungen an Performance und Datenschutz in unterschiedlichen Einsatzkontexten zu harmonisieren und in Implementierungsfahrpläne und Standardisierungsdiskussionen einfließen zu lassen.
Am Nachmittag folgt ein Deep Dive zum Thema Unlinkability, geleitet von Expert*innen von Google, SPRIND, EPFL und den dezentralen Vertrauensinitiativen der Linux Foundation. Im Zentrum steht das Risiko von Absprachen zwischen Aussteller- und Prüfstellen in Credential-Ökosystemen – und warum Unlinkability bei Anwendungsfällen wie Transport und standortsensibler Infrastruktur nicht verhandelbar ist.
Anschließend folgt eine technisch fundierte Session mit dem Titel „ZKProofs: From Crypto Potential to Regulatory Acceptance“, in der Google, ETSI und NIST tragfähige ZKP-Schemata, ihre Mobile-Readiness und Interoperabilitätsmerkmale diskutieren. Ziel ist es, die Lücke zwischen kryptografischer Innovation und institutionellem Vertrauen zu überbrücken und die Stakeholder auf einen Fahrplan für verantwortungsvolle, grenzüberschreitende Einführung und Akzeptanz auszurichten.
Den Abschluss bildet ein Multi-Stakeholder-Roundtable unter der Moderation von DIDAS mit geladenen Vertreter*innen der ITU, der OpenWallet Foundation, LF Decentralized Trust, OECD, UNHCR, der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der EU-Kommission sowie weiteren Ländervertretungen und potenziellen Förderpartnern. In dieser finalen Session geht es darum, langfristige Kooperationsstrukturen zu entwickeln – einschließlich der nachhaltigen Förderung von PETs durch laufende Arbeitsgruppen, interoperable Governance und gemeinsame Finanzierungsmodelle.
Öffentlicher Sektor & multilaterale Institutionen
Schweizerische Eidgenossenschaft
Europäische Kommission
ITU (International Telecommunication Union)
OECD
UNHCR
SPRIND (Bundesagentur für Sprunginnovationen, Deutschland)
EUDI-Pilotteams (verschiedene EU-Mitgliedstaaten)
Forschung & Hochschulen
EPFL – École Polytechnique Fédérale de Lausanne
C4DT – Center for Digital Trust (EPFL)
Johannes Kepler Universität Linz
Ethereum Research Community
Zivilgesellschaft & Ökosystemakteure
DIDAS – Digital Identity and Data Sovereignty Association
Digital Society Association (Schweiz)
Human Colossus Foundation
Weitere eingeladene zivilgesellschaftliche Akteure
Privatwirtschaft & Standardisierungsgremien
Google
Orange
Linux Foundation – Decentralized Trust Initiative
OpenWallet Foundation
ETSI – European Telecommunications Standards Institute
NIST – U.S. National Institute of Standards and Technology
LF Decentralized Trust
Kernthemen
Privacy-Enhancing Technologies (PETs), ZKPs, Unlinkability
Verifiable Credentials, digitale Identitäten, selektive Offenlegung
Governance von Vertrauensinfrastrukturen, Interoperabilität, Post-Quantum-Sicherheit
E-Demokratie, öffentliches Vertrauen, institutionelle Resilienz
Multi-Stakeholder-Zusammenarbeit, nachhaltige Finanzierung, globale Abstimmung
Diese kollaborative Agenda steht für ein globales Bekenntnis zum Aufbau datenschutzfreundlicher, interoperabler und inklusiver digitaler Ökosysteme mit geteilter Verantwortung über alle Sektoren hinweg.